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www.hap-ki-do.at > Termine > 19. Mai 2007: Europäische Meisterschaften in Lanaken (B)

19. Mai 2007: Lanaken (B)border=

 

Donnerstag, Freitag
Zwei Tage vor dem Beginn der Europameisterschaft hatte sich das österreichische Team mit endlosen Fußmärschen durch Brüssel, schwerem Essen (Pommes, Schokolade etc.) und wenig Schlaf optimal auf die erforderten Höchstleistungen vorbereitet. So waren wir alle voller Zuversicht, frisch und bestens in Form, als wir uns am Morgen des 19. Mai in der Sporthalle 'Sint-Servas' in Lanaken einfanden, in der die ersten offenen JinJungKwan Hapkido Europameisterschaften stattfinden sollten.

Samstag
Nachdem alle Teilnehmer des Freikampfturniers die Abwage überstanden hatten, begannen auch schon die ersten Wettbewerbe in der Kategorie 'Kyorugi' (Freikampf). Schon nach kurzer Zeit hatten die ersten unserer Burschen: Alex, Alexej, Christian, Ervin und Michail ihre Kämpfe, wobei sie sich gut schlugen. Einige holten sich dabei elegante bläulich-rote Flecken um die Augen. Durch einen Unfall verzögerte sich das Turnier etwas, und so waren die Mädchen erst später als geplant an der Reihe. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten wir Österreicher bereits 1 x Gold, 1 x Silber und 2 x Bronze geholt. Motiviert durch diese Leistungen und angefeuert von unserem Team, bestritten Elisabeth und Monika ihre Kämpfe und holten eine weitere Gold- und Bronzemedaille. Mit diesen guten Leistungen hatte im Vorfeld keiner des österreichischen Teams gerechnet. Dabei sollte sich dieser Trend im Laufe des Nachmittags noch fortsetzen ...

Um den Bürgermeister von Lanaken, nicht warten zu lassen, wurde der Freikampfbewerb für die offizielle Eröffnung kurz unterbrochen. Alle Teilnehmer standen aufgereiht nach Nationen und Gürtelgraden und die Ehrengäste zogen durch den Spalier, den das belgisch/niederländischen Demoteams bildete, ein. Die Zeremonie konnte mit Fahnen, traditionellen koreanischen Trachten, Goldlamettafeuerwerk und einigen feierlichen Reden aufwarten. Im Anschluss gab es eine beeindruckende Vorführung des Demoteams der Gastgeberländer (B+NL) unter der Leitung von Meister Guy Kusters zu sehen. Schließlich wurde auch Großmeister Lee, der gemeinsam mit Meister Shin extra aus Korea angereist war, unter Applaus 'gebeten' eine kleine Hapkido-Demonstration zu geben. Spektakulär 'zerlegte' er dabei seine Partner: Meister Shin und Meister Raphael Couet.

Um den Zeitplan noch halbwegs einhalten zu können, wurde die anschließende Mittagspause verkürzt. In einem Nebenraum, der sonst als Dojang dient, wurde koreanisch gekocht. Wir stärkten uns mit Bulgogi, Reis und Kimchi für den Nachmittag. Nach der Mittagspause waren die technischen Bewerb an der Reihe, wobei im Bereich der Kubgrade nach Graduierung und Alter gruppiert wurde. Das Bewertungsschema bei Nakbob (Fallschule), Palchagi (Beintechniken) und Hoshinsul (Selbstverteidiung/Technik) sah folgendermaßen aus: Drei bis fünf Teilnehmer führten ihre Techniken hintereinander bzw. gleichzeitig vor, dann wurden sie nacheinander von der Jury bewertet. Die Person mit den niedrigsten Punkten hatte die Runde gewonnen und stieg in die nächste Runde auf. Zum Schluss traten die (drei) Besten im Finale gegeneinander an. Im Bewerb Nakbob holte Fabian eine Silbermedaille. In der Disziplin Palchagi sorgten Elisabeth, Tobias, Ervin, Fabian und Monika mit 4 x Gold und 1 x Bronze für ein kräftiges Plus auf dem österreichischen Medaillen-Konto. Während die Dangrade mit Kombinationen und gesprungenen Beintechniken an der Reihe waren, wobei hier eine Sprunghöhe von über zwei Metern gefragt war, begann auf der anderen Mattenfläche der Bewerb Hoshinsul.

In der Gruppe 'Gelbgurt', in der es die meisten Teilnehmer gab, waren frei gewählte Hapkido-Basistechniken aus dem 8. und 7. Kub vorzuzeigen. Jeweils drei Teilnehmer führten ihr Programm gemeinsam mit ihren Partnern vor und wurden von der Jury anschließend bewertet. Nach mehreren Durchgängen landeten Alexandra, Marcus und Monika zu dritt im rein österreichischen Finale. Hier gab es kurze Komplikationen als den Kampfrichtern bewusst wurde, dass Marcus und Monika nicht gleichzeitig gegeneinander antreten können, und so wurde beschlossen, dass jeder sein Programm einzeln vorführen sollte. In der Blaugurt-Gruppe (Faustabwehr-Techniken) schafften es Ludwig und Tobias ins Finale. Insgesamt erreichten die Österreicher in der Disziplin Hoshinsul 2 x Gold, 1 x Silber und 2 x Bronze.

Beim letzten Bewerb des Tages Kyokpa wurden dann noch stapelweise Holzbretter zerteilt und dann nahmen alle Teilnehmer neuerlich nach Nationen gereiht Aufstellung und der Tag wurde mit den Siegerehrungen beschlossen. Für die ersten drei gab es Medaillen die von GM Lee, GM Choi und Meister Shin überreicht wurden und der/die Erste erhielt zudem noch eine Urkunde. Dann wurden wir offiziell verabschiedet und gab es zu Recht großen Applaus für die Organisatoren und Gastgeber: die belgisch-niederländische JinJunKwan Hapkido Föderation unter der Leitung von Meister Kusters.

Wie wir nachträglich erfuhren, hatte unser österreichisches Team mit 8 x Gold, 3 x Silber und 6 x Bronze sogar den ersten Platz in der Nationenwertung errungen. Dieses großartige und unerwartete Endergebnis, wurde dann, nachdem noch unzählige Fotos geschossen wurden, bei einem späten Abendessen in der nahe gelegenen Stadt Maastricht gefeiert. Erschöpft von den körperlichen Anstrengungen und den vielen Eindrücken begaben sich alle zur Nachtruhe.

Sonntag
Am Vormittag des nächsten Tages gab es noch die Möglichkeit an einem Lehrgang mit GM Lee teilzunehmen. Von den über 100 Teilnehmern des Vortages (aus 9 Nationen) waren die meisten schon auf der Heimreise. Die gut 30 Teilnehmer - mit hohem Ö-Anteil - wurden, nach der bewährten, koreanischen Trainingsmethode (Stichwort: 'Pal chagi, Tschunbiii!') drei Stunden voll gefordert. Obwohl wir alle körperlich schon ziemlich erschöpft waren – die zwei Tage in Brüssel und die Meisterschaft hatten bereits ihren Tribut gefordert – mobilisierten wir bei zahlreichen Serien von Arm- und Beintechniken noch einmal alle unsere Energien. Im Mittelteil des Lehrgangs übten dann verschiedene fortgeschrittene Hapkido-Techniken. Großmeister Choi Kil-Bong, Meister Raphael Couet und Meister Shin halfen uns und besserten uns aus, und manchmal zeigte uns auch GM Lee persönlich, wie die Technik richtig auszuführen sei. Nach dem Lehrgang waren wir alle erschöpft, heiser und teilweise weigerte sich der Körper, weitere Leistungen zu erbringen. Trotzdem war es ein interessanter Lehrgang, der dem Wochenende in Lanaken einen schönen Abschluss gab. Die Rückreise nach Österreich führte uns nochmals nach Brüssel, wo unter dem Vorwand 'Mitbringsel' einige Schokolade-Süchtige noch ein paar einschlägige Geschäfte plünderten und so ihr Handgepäck aufstockten.

Ergebnisse
Elisabeth Beck (V.f.k.S. Wien) 2 Gold, Ervin Palfy (V.f.w.S. Wien) 2 Gold, Monika Oberhuber (V.f.w.S. Wien) 1 Gold, 1 Silber, 1 Bronze, Tobias Hirnschal (V.f.k.S. Wien) 1 Gold, 1 Silber, 1 Bronze, Marcus Hödl (V.f.w.S. Wien) 1 Gold, Ludwig Hofer (V.f.w.S. Wien) 1 Gold, Christian Pecksteiner (St. Pölten) 1 Silber, Alexander Angerer (Mürzzuschlag) 1 Bronze, Alexandra Oberhuber (V.f.w.S. Wien) 1 Bronze, Alexej Strelzow (St. Pölten) 1 Bronze, Fabian Hirnschal (V.f.k.S. Wien) 1 Bronze

Text: Monika, Georg

 
 

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Fotos: Robert, Alexandra, Georg, Christian